Fahrzeugautomatisierung / Automatic Train Operation (ATO)

Automatisierte Fahrzeugsysteme garantieren einen besonders effizienten Verkehrsfluss

Automatisierte Fahrzeugsysteme als wichtige fahrzeugseitige Voraussetzung für das automatisierte Fahren (ATO) sind sozusagen der “Autopilot” für den Zugverkehr: Die Technologie setzt vorgegebene Anweisungen zum Beschleunigen und Bremsen um – nur eben auf dem Gleis statt im Cockpit eines Flugzeugs. Die Reaktionszeiten zwischen Übermittlung und Umsetzung der Fahrbefehle sind deutlich geringer und weniger Schwankungen unterworfen als bei der manuellen Steuerung.

Die Vorteile der Fahrzeugautomatisierung im Überblick

Durch automatisierte Fahrzeugsysteme werden Geschwindigkeitsvorgaben sehr exakt eingehalten. Die Züge fahren pünktlicher, und das stabilisiert den Betrieb. Dies trägt zur Steigerung der Kapazität, einer besseren Betriebsqualität und damit auch zu einer höheren Effizienz des Bahnsystems bei. Optimiertes Beschleunigen und Bremsen senkt darüber hinaus deutlich den Energiebedarf und verringert nicht nur den Verschleiß, sondern reduziert auch die Instandhaltungskosten. Außerdem ermöglicht es neue, flexiblere Betriebskonzepte, die mit bisheriger Technik nicht umsetzbar wären.

Die Technologien ATO und ETCS im Einsatz

Ein erstes Pilotprojekt der Digitalen Schiene Deutschland wurde 2018 bei der S-Bahn Hamburg aufs Gleis gesetzt. Dort kommt zum ersten Mal in Deutschland das automatisierte Fahren auf Basis des europäischen Zugbeeinflussungssystems ETCS zum Einsatz. Der Triebfahrzeugführer greift dank der Fahrzeugautomatisierung künftig nur noch bei Störungen oder Unregelmäßigkeiten ein – Anfahren, Beschleunigen, Bremsen und Halten erledigt das Fahrzeug von allein.

Die Zukunft beginnt jetzt

Automatisch fahrende Stadtbahnen sind aktuell dem Auto weit voraus: In mehr als drei Dutzend Metropolen weltweit – unter anderem in Barcelona, Kopenhagen und Paris – sind automatisch fahrende Bahnen unterwegs, und der Betrieb funktioniert reibungslos. Auch in Nürnberg verkehren seit 2008 automatisch fahrende U-Bahnen. All diesen Systemen ist gemein, dass das Schienennetz von außen nicht zugänglich ist.

Auch im „Vollbahnbereich“ (große Eisenbahnen, S-Bahnen, etc.) hält diese Entwicklung in den kommenden Jahren Einzug. Da es sich hierbei um offene Systeme handelt, sind die Herausforderungen hier deutlich höher. Im Projekt „Digitaler Knoten Stuttgart“ sollen zunächst fünf Baureihen mit über 400 Fahrzeugen der S-Bahn und des Regionalverkehrs in den nächsten Jahren mit „ATO over ETCS“ ausgestattet werden, um einen automatischen Betrieb in der Region Stuttgart zu ermöglichen.

Digitales Testfeld Bahn (Erzgebirge)

Digitales Testfeld Bahn (Erzgebirge)
01/2021