02.03.2021

Gemeinsam für die Zukunft der Eisenbahn - DB und SNCF verlängern Digitalkooperation

Seit gut vier Jahren arbeiten die DB und SNCF gemeinsam an der Digitalisierung des Bahnsystems.  Auf dem diesjährigen Digital Summit wurden Projekte, Ziele und Visionen der Kooperation vorgestellt und ein neuer Kooperationsvertrag für weitere drei Jahre unterzeichnet. Das Technologieentwicklungsportfolio der Digitalen Schiene Deutschland ist dabei ein zentraler Baustein der Kooperation. 

 

Am 25. Februar fand der jährliche Summit der Kooperation zwischen SNCF und DB statt, an dem SNCF-Präsident Jean-Pierre Farandou und Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, zusammen mit Pierre Izard, SNCF-Direktor Technologien und Innovation, und Prof. Dr. Sabina Jeschke, DB-Vorständin für Digitalisierung und Technologie, sowie mehr als 60 Teilnehmende anwesend waren. Aufgrund der aktuellen Situation wurde der diesjährige Summit virtuell über Videokonferenz durchgeführt, was den spannenden Vorträgen über Ergebnisse und Ziele der Partnerschaft sowie den Diskussionen und Wertschätzung der Themen keinen Abbruch tat. Zum Abschluss wurde der neue Kooperationsvertrag unterzeichnet. Die neue Vereinbarung konzentriert sich auf sieben Bereiche, in denen die Automatisierung des Bahnbetriebs vorangetrieben sowie Qualität, Leistungsfähigkeit und Attraktivität des Schienenverkehrs erhöht werden sollen. In fünf von sieben Bereichen stehen wichtige Elemente des Technologieportfolios der Digitalen Schiene Deutschland im Mittelpunkt. 

 

Zu Beginn wurde die gemeinsame Arbeit an einer übergreifenden Systemarchitektur 

vorgestellt, die im Rahmen der europäischen Bahninitiative Shift2Rail verschiedene Projektinitiativen neuer Architekturen verbindet (siehe RCA, OCORA) und zukünftig im System Pillar, des neuen Shift2Rail Programms, aufgehen soll. Hier zeigt sich: ein abgestimmtes und gemeinsames Auftreten von EU Partnern ist oft der Motor europäischer Programme und essenziell für die Schaffung einer übergreifenden technischen Architektur des Eisenbahnsektors. 

 

Auch die gemeinsamen Errungenschaften der Teams im Bereich Automatisierter Zugbetrieb wurden vorgestellt. Hier geht es vorranging um die Automatisierungsgrade (Grade of Automation - GoA) GoA2 und GoA4 und darum die Hinderniserkennung im automatisierten Fahren voranzubringen. 

 

DB und SNCF arbeiten allerdings nicht nur bilateral zusammen, sondern erarbeiten zusammen mit weiteren Partnern Lösungen zur ausfallsicheren Lokalisierung von Zügen. Eines der Projekte in diesem Bereich ist „CLUG“ (Certifiable Localisation Unit with GNSS in the railway environment), welches sowohl von der Agentur für das Europäische GNSS (des globalen Navigationssatellitensystems) als auch von weiteren Europäischen Eisenbahn- und Industriepartnern unterstützt wird. 

 

Als wichtiges Zukunftsthema spielt auch Konnektivität eine Rolle in der Kooperation. Die Herausforderung: GSM-R (aktueller Eisenbahn Mobilfunkstandard) ablösen und mit der FRMCS/5G-Datenkommunikation eine wichtige Grundlage für die weitere Digitalisierung der Schiene einzuführen, damit Daten der Sensoren und Kameras an Gleisen und Zügen gesammelt, verarbeitet, analysiert und in Echtzeit dem KI-basierten Verkehrsmanagement zur Verfügung gestellt werden können. 

 

Das Thema der Künstlichen Intelligenz im Verkehrs- und Störfallmanagement bildete den Abschluss der Themenvorstellung. Das Ziel hier ist, Kapazitäten zu erweitern, Effizienzpotentiale zu heben und die Servicequalität zu verbessern. 

Durch die verstärkte Kooperation in den Bereichen Forschung und Entwicklung bekräftigen die beiden Eisenbahnunternehmen ihre Vision und ihr Ziel, gemeinsam neue Standards zu setzen und so den Weg des europäischen Bahnsektors in die Zukunft zu beschleunigen.