Digitalisierungsschub für das Projekt Korridor Rhine-Alpine: Erstabruf aus dem Volumenvertrag mit Alstom auf der Strecke zwischen Ratingen und Leverkusen
Mit einem weiteren Erstabruf aus dem Volumenvertrag zur Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik – diesmal mit dem Vertragspartner Alstom – setzt die DB InfraGO einen weiteren Meilenstein im Projekt Korridor Rhine-Alpine: Der Streckenabschnitt zwischen Ratingen West und Leverkusen Morsbroich wird mit dem europaweit einheitlichen Zugbeeinflussungssystem European Train Control System (ETCS) ausgerüstet. Vorgesehen sind die Errichtung von zwei ETCS-Streckenzentralen, den sogenannten Radio Block Centre (RBC), sowie der Einsatz eines integrierten Bediensystems (iBS) zur effizienten Bedienung und Überwachung der Strecke. So wird die europäische Interoperabilität gestärkt und das Bahnnetz für Reisende wie auch den Güterverkehr zukunftsfähig aufgestellt.
Der Volumenvertrag zur Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik, den die DB mit vier Generalunternehmen der Bahnindustrie – MerMec Deutschland GmbH, Hitachi Rail, Alstom sowie dem Konsortium Siemens Mobility und LEONHARD WEISS – geschlossen hat, schafft die Grundlage für eine schnelle und verlässliche Digitalisierung des deutschen Schienennetzes. Mit einem Gesamtvolumen von 6,3 Milliarden Euro werden darin festgelegte Abrufmengen definiert, die beidseitige Planungssicherheit gewährleisten. Der Vertrag umfasst neben der modernen Stellwerkstechnik auch das europäische Zugbeeinflussungssystem European Train Control System (ETCS) und das integrierte Leit- und Bediensystem (iLBS).
Für den Streckenabschnitt zwischen Ratingen West und Leverkusen Morsbroich, der rechtsrheinisch die Städte Düsseldorf und Leverkusen verbindet, hat die DB InfraGO im Rahmen der Sektorinitiative Digitale Schiene Deutschland einen weiteren Erstabruf aus dem Volumenvertrag veranlasst – zum ersten Mal mit dem Vertragspartner Alstom. Der Abschnitt gehört zum Projekt Korridor Rhine-Alpine und ist Teil des europäischen Korridors North Sea – Rhine – Mediterranean. Diese zentrale Nord-Süd-Achse des Transeuropäischen Verkehrsnetzes verbindet wichtige Seehäfen und Wirtschaftsräume von den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Luxemburg sowie Deutschland bis in die Schweiz und nach Italien.
Abrufumfang und geplanten Maßnahmen
Im Zuge des Erstabrufs aus dem Volumenvertrag mit Alstom wird die bestehende Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) auf der Strecke um ETCS Level 2 mit Signalen (L2mS) erweitert. Dafür werden moderne, digitale Stellwerkstechnik implementiert, Balisen verlegt und zwei ETCS-Streckenzentralen – sogenannte Radio Block Center (RBC) – in Düsseldorf-Rath und in Solingen neu errichtet. Das RBC gewährleistet unter ETCS L2 die kontinuierliche Funkkommunikation mit den Zügen und ist damit ein Schlüsselfaktor für effiziente und interoperable Verkehre im europäischen Schienennetz.
Ergänzend wird das integrierte Bediensystem (iBS) eingeführt, sodass die Stellwerks- und ETCS-Funktionen künftig zentral aus der Digitalen Steuerzentrale Wuppertal bedient und überwacht werden können. Das iBS ermöglicht eine herstellerunabhängige Steuerung moderner Stellwerke – realisiert über die Standardschnittstelle SCI-CC (Standard Communication Interface – Command and Control). Das sorgt dafür, dass zukünftig alle modernen Stellwerke nach einheitlichen Prinzipien und Prozessen angesteuert werden können – ähnlich wie Geräte über einen USB-Anschluss am Computer universell angeschlossen und genutzt werden. Dieses Vorgehen bietet erhebliche Vorteile gegenüber bisherigen Systemen: zum Beispiel eine adaptive Bedienoberfläche für Zugverkehrssteuernde, flexiblere Zuständigkeitswechsel im Störungsfall sowie einen attraktiven und modernen Arbeitsplatz. Das iBS ermöglicht damit eine moderne, einheitliche und effiziente Steuerung der Stellwerke – unabhängig vom jeweiligen Hersteller.
Die Inbetriebnahme der ersten Baustufe, die das RBC Düsseldorf-Rath sowie den Streckenabschnitt von Ratingen West bis Immigrath umfasst, ist für Dezember 2029 vorgesehen. Im Zuge dessen werden rund 43 Kilometer Strecke mit ETCS L2mS ausgerüstet. Direkt im Anschluss folgt die zweite Baustufe mit RBC Solingen auf dem Abschnitt von Opladen bis Leverkusen Morsbroich, wodurch weitere rund 21 Streckenkilometer mit ETCS L2mS ausgerüstet werden.
Fabian Degen, Projektingenieur – Technik Korridor Rhine-Alpine – Teilprojekt West, fasst die Bedeutung des Erstabrufs aus dem Volumenvertrag mit Alstom für das Projekt Korridor Rhine-Alpine zusammen:
„Es ist beeindruckend zu sehen, wie wir gemeinsam mit Alstom moderne Leit- und Sicherungstechnik realisieren: Damit gehen wir im Korridor einen weiteren wichtigen Schritt hin zu mehr Interoperabilität im europäischen Schienenverkehr.“
Volumenvertrag als Motor der Digitalisierung
Bereits zuvor erfolgten Abrufe aus dem Volumenvertrag – im Mai 2025 der Erstabruf bei der Bietergemeinschaft Siemens Mobility und LEONHARD WEISS, im Januar 2026 folgte ein weiterer Abruf beim Konsortium sowie im Februar 2026 der Erstabruf bei Hitachi Rail.
Mit dem aktuellen Abruf bei Alstom führt die DB InfraGO ihr strategisches Modernisierungsprogramm nahtlos fort und treibt die Digitalisierung der Schieneninfrastruktur in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus maßgeblich voran. Das Projekt erhöht die Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Zukunftsfähigkeit des Bahnverkehrs für Fahrgäste und Güter weit über die Region hinaus bis in den gesamteuropäischen Raum.
„Der Erstabruf aus dem Volumenvertrag ist ein starkes Signal: Gemeinsam mit Alstom treiben wir den ETCS‑Rollout in Deutschland konsequent voran.“
Christian Walge, Projektmanager, Technik Korridor Rhine-Alpine – Teilprojekt West
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