Zum Hauptinhalt springen
ETCS-Ausrüstung im Bahnhof Biblis (Copyright: DB InfraGO AG)
16.06.2026

Komplexität meistern – Digitalisierung effizient umsetzen: Lösungsansätze für die Realisierung digitaler Leit- und Sicherungstechnik

Die Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik (LST) ist ein zentraler Hebel zur Modernisierung des deutschen Schienennetzes. Damit einher geht die Herausforderung, bestehende Komplexität systematisch zu reduzieren und durch innovative Lösungsansätze – etwa, Standardisierung, Vereinfachung sowie durch einen Kulturwandel in der Zusammenarbeit, die erfolgreiche Umsetzung zu ermöglichen. Der aktuelle Fachartikel zeigt nicht nur, wie Komplexität bewusst gesteuert werden kann, sondern bietet praxisnahe Strategien für eine nachhaltige und zukunftsfähige Umsetzung digitaler Leit- und Sicherungstechnik (dLST).

Das deutsche Schienennetz steht vor der Herausforderung, zahlreiche veraltete und unterschiedliche  Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik (LST) zu erneuern. Der Modernisierungsbedarf ist offensichtlich, doch die Digitalisierung der LST schreitet langsamer voran als erhofft. Gleichzeitig besteht  der Wunsch nach einem schnelleren, bundesweiten Rollout der digitalen LST (dLST).

Die zentrale Aufgabe besteht darin, den Rollout trotz komplexer Prozesse, Schnittstellen und vielfältiger Regelwerke zu beschleunigen. Die fortschreitende Technikentwicklung und die parallele Existenz etablierter betrieblicher Standards führen zu einer kontinuierlichen Steigerung der Systemkomplexität. Die dLST ist ein innovatives System, das aufgrund zahlreicher Teilsysteme, beteiligter Akteure und dynamischer Wechselwirkungen als komplexes System eingestuft werden muss.

Analyse und Lösungsansätze: Wege zur Komplexitätsbeherrschung

Um den Rollout der dLST erfolgreich und in angemessenem Tempo zu realisieren, ist eine gezielte Reduktion und systematische Strukturierung der Komplexität erforderlich. Standardisierung, Prozessvereinfachung und ein Wandel in der Zusammenarbeit sind dabei zentrale Hebel, um die Modernisierung und Digitalisierung der Eisenbahninfrastruktur voranzutreiben. Der Fachartikel stellt ein Wirkungsmodell vor, das im Rahmen laufender Untersuchungen an der Technischen Universität Dresden entwickelt wurde.

Die Forschenden konzentrieren sich auf zwei Handlungsfelder: „Komplexität reduzieren“ sowie „Komplexität modellieren und strukturieren“. Im ersten Feld wird eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Teilsysteme vorgenommen. Im zweiten Feld analysieren die Forschenden ein generisches Kriterien- und Bewertungsmodell, das insbesondere bei Projekten mit hohem Innovations- und Zulassungsanteil zum Einsatz kommt. Dieses Modell berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen Systemkomplexität, menschlicher Fehlerwahrscheinlichkeit und den Auswirkungen auf verschiedene Berufsgruppen im Bereich der dLST.  

Fazit und Ausblick: Erfolgreiche Komplexitätsbeherrschung und weitere Maßnahmen

Die laufenden Untersuchungen verdeutlichen: Die dLST ist ein anspruchsvolles Modernisierungsprojekt, dessen Herausforderungen nur durch konsequente Analyse, Standardisierung, Prozessvereinfachung und ein neues Miteinander im Sektor bewältigt werden können. Die Fähigkeit, Komplexität zu beherrschen und gezielt zu reduzieren, ist der Schlüssel, um den dLST-Rollout zu beschleunigen und die Zukunftsfähigkeit des Schienennetzes zu sichern.

Mehr zu den Untersuchungen und Forschungsergebnissen lesen Sie im aktuellen Fachartikel.