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Neubaustrecke 4280 im Korridor Rhine-Alpine (Copyright: DB InfraGO AG / Digitale Schiene Deutschland, Stefan Schröder)
09.07.2026

Vollständige Gleisnetzdaten als Schlüssel für schnellere Planung von Leit- und Sicherungstechnik

Eine verlässliche Datenbasis ist entscheidend für die Planung von Leit- und Sicherungstechnik (LST). Ein aktueller Fachartikel zeigt, warum unvollständige oder uneinheitliche Gleisnetzdaten (GND) Projekte beeinträchtigen können und welche pragmatischen Ansätze helfen, Planungssicherheit und Umsetzungsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Die Planung von LST ist in hohem Maß von der Qualität der zugrunde liegenden Gleisnetzdaten abhängig. Gleisnetzdaten stellen digitale Informationen dar, die das Schienennetz fachlich und geometrisch beschreiben. Sie zeigen, wie Gleise, Weichen und relevante Bezugspunkte im Netz zueinander liegen und miteinander verbunden sind. Sind diese Daten unvollständig, veraltet oder uneinheitlich, entstehen Unsicherheiten, die sich direkt auf Planung und Projektlaufzeiten auswirken und Umsetzungsrisiken erhöhen. Besonders bei Bestandsinfrastrukturen, die seit längerem nicht mehr erneuert oder vermessen wurden, zeigt sich diese Herausforderung.

Ein aktueller Fachartikel beschreibt, welche Anforderungen Gleisnetzdaten für eine belastbare LST-Planung erfüllen müssen. Dazu zählen u. a. aktuelle Informationen zum Zielzustand von Gleisen und Weichen, eindeutige Kilometrierungsachsen, ein konsistentes topologisches Knoten-Kanten-Modell sowie präzise verortete Grenzzeichen. Zwar hat die Einführung einheitlicher Bezugssysteme Fortschritte gebracht. Diese Koordinaten- beziehungsweise Referenzsysteme - beschreiben, wo Gleisnetzdaten räumlich verortet sind. In der Praxis bestehen jedoch weiterhin Brüche zwischen alten und neuen Datenbeständen.

Als möglicher Lösungsweg wird eine pragmatische Nachtrassierung auf Basis vorhandener Vermessungsdaten dargestellt. Das bedeutet: Die vorhandene Gleislage wird mithilfe aktueller Messdaten digital nachgebildet und für die weitere Planung nutzbar gemacht. So entsteht eine bessere Datengrundlage, ohne dass die Strecke vollständig neu geplant werden muss.

Der Artikel macht deutlich: Eine verbesserte Gleisnetzdatengrundlage kann wesentlich dazu beitragen, LST-Projekte planbarer, effizienter und risikoärmer umzusetzen. Im Rahmen des Projekts „Optimierung Abnahme LST (OpAL)“ werden die beschriebenen Ansätze weiterverfolgt, um Empfehlungen in bestehende Prozesse und Regelwerke zu überführen. Damit entsteht eine wichtige Grundlage, um die Planung von Leit- und Sicherungstechnik künftig weiter zu beschleunigen und zu standardisieren. 

Der gesamte Artkel ist hier abrufbar.