Digitalisierung der Riesbahn: Erster Abruf aus dem Volumenvertrag in Bayern bringt moderne Stellwerkstechnik nach Bayerisch-Schwaben
Die Digitale Schiene Deutschland treibt die Modernisierung regionaler Bahnstrecken in Bayern mit Hochdruck voran: Auf der Riesbahn zwischen Nördlingen und Donauwörth sowie zwischen Augsburg und Donauwörth ersetzt die DB InfraGO insgesamt sechs Alt-Stellwerke durch moderne und digitale Stellwerkstechnik. Zudem soll der Streckenabschnitt mit dem europaweit einheitlichen Zugbeeinflussungssystem ETCS ausgerüstet werden. Den Digitalisierungsschub ermöglicht der erste Abruf aus dem sogenannten Volumenvertrag mit dem Vertragspartner Hitachi Rail – ein wichtiger Meilenstein für den Bahnverkehr in Bayern und der Region Schwaben.
Mit dem erfolgten Abruf aus dem Volumenvertrag zur Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik in Bayern kann das Projekt zur Modernisierung der Stellwerkstechnik zwischen Nördlingen, Donauwörth und Augsburg starten. Kern des Vorhabens ist der Ersatz von sechs veralteten Stellwerken – zum Teil noch mechanischer Art aus den 1950er Jahren – durch moderne, digitale Technik. Bereits im ersten Bauabschnitt werden bis Ende der 2020er Jahre die drei Alt-Stellwerke in Wörnitzstein, Harburg (Schwaben) und Möttingen auf der 26 Kilometer langen Teilstrecke zwischen Donauwörth und Nördlingen abgelöst. Die moderne Stellwerkstechnik sorgt langfristig für einen zuverlässigeren Bahnverkehr, mehr Pünktlichkeit, weniger Störungen und eine einfachere Instandhaltung. Parallel wird die Strecke mit dem modernen und europaweit einheitlichen Zugbeeinflussungssystem ETCS ausgerüstet. Für die Planung und die Realisierung hat die DB InfraGO die Firma Hitachi Rail beauftragt.
Beschleunigte Realisierung dank Volumenvertrag und Rückenwind aus der Politik
Der Baustart ist für Frühjahr 2027 vorgesehen. Ermöglicht wird die beschleunigte Umsetzung des Vorhabens durch den Volumenvertrag zwischen DB und Bahnindustrie, der erstmals in Bayern zum Einsatz kommt. Mit dem Volumenvertrag verpflichtet sich die DB, eine festgelegte Menge an Leistungen und Produkten der digitalen Leit- und Sicherungstechnik abzurufen. Im Gegenzug sind die Vertragspartner der DB aus dem Volumenvertrag verpflichtet, diese Leistungen und Produkte fristgerecht zu liefern und abzunehmen. Durch die langfristige Planungssicherheit und die verbindlichen Abnahme- und Liefermengen ermöglicht der Volumenvertrag eine schnellere Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben, da Abstimmungs- und Vergabeprozesse vereinfacht und verkürzt werden können.
Der Ende 2024 aufgesetzte Volumenvertrag umfasst Leistungen im Wert von 6,3 Milliarden Euro, die bis 2028 von uns abgerufen bzw. bis 2032 von den Vertragspartnern geliefert werden sollen. Zu den Vertragspartnern gehören neben Hitachi Rail die Unternehmen MerMec Deutschland GmbH, Alstom sowie eine Bietergemeinschaft aus Siemens Mobility und Leonhard Weiss.
„Erstmals erfolgt ein Auftrag zur Digitalisierung im Rahmen des Volumenvertrag an die Firma Hitachi Rail. Mit diesem Vertrag können wir die Digitalisierung unserer Infrastruktur schneller umsetzen. Wir modernisieren die Infrastruktur der Riesbahn und treiben so auch die Digitalisierung regionaler Pendlerstrecken voran“, so Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG.
Und auch aus der Politik kommt Rückenwind: „Es ist wichtig, dass wir bei der Digitalisierung der Schiene weiter Fahrt aufnehmen. Ich freue mich, dass wir in Bayern dieses wichtige Vorhaben vorantreiben“, betont Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr.
Im Rahmen des Volumenvertrags sollen auch weitere Streckenabschnitte in Bayern künftig mit moderner Stellwerkstechnik ausgestattet werden, um die Digitalisierung der Schiene spürbar voranzutreiben.
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