Modernste Signal- und Stellwerkstechnik in Mittelfranken: Neues Stellwerk in Ansbach löst Technik aus den 1960er Jahren ab
Am Freitag, 06. Februar 2026, wurde das neue Stellwerk in Ansbach in Betrieb genommen. Damit wurden die beiden Stellwerke aus den Jahren 1964 und 1967 in Ansbach und Triesdorf erfolgreich ersetzt. Das neue Stellwerk verfügt über das erste integrierte Leit- und Bediensystem (iLBS) in Bayern und trägt damit zur Digitalisierung sowie zur Erhöhung der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Bahnbetriebs in der Region bei. Die Bauarbeiten zur Inbetriebnahme waren besonders herausfordernd: Schnee, Eis und Frost verlangten dem Projektteam und den beteiligten Baufirmen in den vergangenen Wochen alles ab.
Wer in den vergangenen Wochen im Bahnhofsbereich Ansbach unterwegs war, hat das geschäftige Treiben sicherlich wahrgenommen: Bei z. T. eisigen Temperaturen arbeiteten zahlreiche Bautrupps im Akkordtempo. Sie demontierten alte Signalmasten, Weichenantriebe, Gleismagnete und weitere Technik, die auf den Streckenabschnitten zwischen Leutershausen-Wiedersbach, Ansbach und Wicklesgreuth sowie zwischen Lehrberg, Ansbach, Triesdorf und Gunzenhausen verbaut waren. Vor allem das Wetter sorgte permanent für neue Hürden:
„Der massive Neuschnee zu Beginn der Sperrung am 28. Januar stellte das Team vor große Herausforderungen. Auch die wechselhaften Bedingungen mit Tauwetter am Tag und Frost in der Nacht sowie vereiste Gleise und schwierige Sichtbedingungen wegen Nebel und Schneeregen haben den Bauablauf immer wieder behindert“, berichtet Alexander Serdyuk, der zuständige Projektleiter der DB InfraGO AG.
Inbetriebnahme trotz schwieriger Wetterbedingungen gelungen
Die Wetterbedingungen stellten sowohl beim Rückbau der alten als auch bei der Installation der neuen Technik – etwa Signale und Weichenantriebe – eine besondere Herausforderung dar. Dennoch nahm das neue Stellwerk in Ansbach – gemeinsam mit dem Technikmodul in Triesdorf und der neu installierten Technik entlang der rund 44 Kilometer langen Strecke – ab Samstag, 07. Februar, den Regelbetrieb auf. Das Stellwerk verfügt zudem über eine innovative Bedientechnik: Mit dem ersten integrierten Leit- und Bediensystem (iLBS) in Bayern setzt das Projekt Maßstäbe für den Bahnbetrieb von morgen. Dank des standardisierten Bediensystems steuern die Zugverkehrssteuernden in Ansbach nicht nur das Technikmodul in Triesdorf, sondern auch die reaktivierte Bahnstrecke „Hesselbergbahn“ zwischen Gunzenhausen und Pleinfeld. Auch das dort im Oktober 2025 in Betrieb genommene Stellwerk wird über das iLBS in Ansbach gesteuert. Die neue Technik ermöglicht eine präzisere Steuerung und flexiblere Fahrmöglichkeiten. Insgesamt werden jetzt drei Streckenabschnitte zentral von Ansbach aus gesteuert. So lassen sich personelle Ressourcen gezielter einsetzen und Engpässe angesichts des Fachkräftemangels sowie des demografischen Wandels langfristig vermeiden. Zudem trägt die neue, standardisierte Technik wesentlich zu einer leichteren Instandhaltung bei.
Aufgrund witterungsbedingter Herausforderungen im Bauablauf und der Abnahme des Stellwerks erfolgte die Inbetriebnahme unter Auflagen, die bis Ende der letzten Woche nachträglich umgesetzt wurden. Die Bahnübergangstechnik zwischen Gunzenhausen und Triesdorf wird in den kommenden Wochen gestaffelt in Betrieb genommen. Für die vorübergehenden Einschränkungen bitten wir alle Betroffenen um Verständnis.
Das Projekt Ansbach – Triesdorf ist Teil des Schnellläuferprogramms (SLP). Der Bund und die EU haben 500 Millionen Euro für moderne Stellwerkstechnik bereitgestellt. In insgesamt sieben deutschlandweit verteilten Projekten modernisiert die Bahn die vorhandene Signal-, Stellwerks- und Bahnübergangssicherungstechnik und ersetzt sie durch neue digitale Stellwerkstechnik. Nach dem Projektauftakt im Jahr 2020 wurde das SLP-Projekt Ansbach – Triesdorf zwischen 2021 und 2026 – inklusive der Erweiterung nach Gunzenhausen und Pleinfeld – geplant und umgesetzt. Die ursprünglich für 2025 vorgesehene Inbetriebnahme musste aufgrund unerwarteter Herausforderungen im Projektverlauf angepasst werden.
„Wir freuen uns, dass wir dieses technisch sehr anspruchsvolle Projekt jetzt realisieren konnten. Mit der Inbetriebnahme des modernen Stellwerks in Ansbach bekommt die Region langfristig spürbar zuverlässigere Bahntechnik“, so Dr. David Matz, Leiter Technik Portfolio Süd / Südwest bei der DB InfraGO AG.