Neue Leichtbau-Kabeltröge für schnelleres Bauen: Pilotierung bei Aachen
Im Raum Aachen setzt die DB InfraGO im Rahmen der Sektorinitiative Digitale Schiene Deutschland erstmals neu zugelassene Leichtbau-Kabeltröge ein. Auf rund drei Kilometern offener Strecke konnten sie deutlich schneller verlegt werden als herkömmliche Betonkanäle – ein Vorteil für Bauablauf und Effizienz auf der Baustelle.
Rund drei Kilometer neue Kabeltröge auf offener Strecke
Mit zahlreichen Bauprojekten modernisieren wir die Schieneninfrastruktur in ganz Deutschland, um die Bahn für alle Kund:innen attraktiver und zuverlässiger zu gestalten. Unser Anspruch ist es, Bauprozesse kontinuierlich effizienter zu machen – sowohl bei großen Vorhaben als auch durch gezielte, innovative Verbesserungen im Detail. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der erstmalige Einsatz neuer Leichtbau-Kabeltröge im Raum Aachen. Bei einer ersten Sperrpause Anfang März verlegte die Firma MTB GmbH die neuen Kabeltröge auf rund drei Kilometern offener Strecke entlang der Strecke Aachen West.
Kabeltröge sind ein wichtiger Bestandteil der Bahninfrastruktur. Sie führen und schützen Leitungen, die für die Leit- und Sicherungstechnik, Telekommunikation und Energieversorgung benötigt werden.
Im Vergleich zu klassischen Kabelkanälen aus Beton lassen sich die neuen Systeme deutlich schneller installieren. Mit den neuen Kabeltrögen ließ sich die Verlegeleistung pro Schicht verdreifachen: Bis zu 200 Meter statt 60–80 Meter wie bei Betonkanälen.
Schneller bauen und Baustellen effizienter organisieren
Ein Grund für den Geschwindigkeitsvorteil ist das geringere Gewicht der neuen Kabeltröge. Dadurch lassen sie sich deutlich einfacher transportieren, zuschneiden und einsetzen. Für die Verlegung ist zudem kein „Zweiwegebagger“ mehr erforderlich, sodass diese parallel für andere Aufgaben genutzt werden können. Bauabläufe können so besser koordiniert werden und Baustellen insgesamt effizienter arbeiten.
Modernes Material statt klassischer Betonkanäle
Die Ende 2025 zugelassenen Kabelkanäle der Marke Furukawa („Green Trough“) bestehen aus recyceltem HDPE-Kunststoff. Sie wurden im Rahmen des DB-Projekts „Beschleunigter Kabeltiefbau“ weiterentwickelt und erstmals für den Einsatz an DB-Strecken freigegeben. Anders als die seit vielen Jahren eingesetzten klassischen Betonkanäle sind sie leichter aufgebaut und verfügen über passgenaue, verschließbare Abdeckungen, die die verlegten Kabel zusätzlich schützen. Zudem überzeugen sie durch höhere Robustheit im Vergleich zu bisherigen Kunststoffkabelkanälen – sie sind schlagfest, schwer entflammbar und für eine technische Lebensdauer von über 50 Jahren ausgelegt. Damit erfüllen sie langfristig die Anforderungen an eine moderne und robuste Infrastruktur entlang der Strecke.
“Als erstes Projekt im Westen konnten wir das neue System erfolgreich als Pilot erproben. Gerade beim zentralen Thema Kabeltiefbau ist es ein wichtiger Schritt, neue und effizientere Lösungen in die Anwendung zu bringen. Was dabei besonders wichtig ist: Die Vorteile, die wir uns in der Theorie versprochen haben, zeigen sich auch im Einsatz auf der Baustelle. Mit solchen Innovationen leisten wir einen Beitrag, um die Infrastruktur weiterzuentwickeln und die Auswirkungen der zukünftigen Baustellen für unsere Kundinnen und Kunden zu minimieren.”
Stefan Müskes, Leiter Technik Portfolio West, DB InfraGO AG
„Wir sind immer bemüht, innovative Lösungen auf die Baustelle zu bringen. Die neuen Kabelkanäle sind dafür ein gutes Beispiel: leichter, schneller zu verlegen und insgesamt effizienter im Bauablauf als herkömmliche Systeme. Die leichten Kabelkanäle lassen sich deutlich effizienter transportieren als Betonkanäle, die weder stapelbar noch flexibel zu bewegen sind. Dadurch können wir auf der Baustelle schneller arbeiten und Abläufe besser organisieren.“
Armin Taherian, Geschäftsführung/Bauleitung, MTB GmbH
Die Erfahrungen aus Aachen liefern wichtige Erkenntnisse für zukünftige Projekte der Digitalen Schiene Deutschland und zeigen, wie neue Bauverfahren dazu beitragen können, Infrastruktur effizienter zu modernisieren. Mittelfristig steht für dieses System auch ein spezialisierter Verlegezug für Gleiserneuerung zur Verfügung, welcher sich momentan noch in einer Testphase befindet: Mehr Infos und ein Video dazu auf LinkedIn.