V.l.n.r.: Gabor von Wilmowski (DB Netz AG), Markus Fritz (Thales Deutschland GmbH), Bahnchef Dr. Richard Lutz, Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing, Frank Gülicher (Deutsche Bahn AG) V.l.n.r.: Gabor von Wilmowski (DB Netz AG), Markus Fritz (Thales Deutschland GmbH), Bahnchef Dr. Richard Lutz, Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing, Frank Gülicher (Deutsche Bahn AG)
12.12.2022

Bundesverkehrsminister und DB-Chef vor Ort beim Schnellläuferprogramm: Modernisiertes Stellwerk Wörth erfolgreich in Betrieb genommen

Ein riesiger Sprung ins digitale Zeitalter: Nach nur rund 2 Jahren wurde am 10. Dezember die rundum erneuerte Stellwerks- und Bahnübergangssicherungstechnik auf der Strecke Wörth–Germersheim–Speyer (Rheinland-Pfalz) in Betrieb genommen. Damit wurde das größte noch in Betrieb befindliche mechanische Stellwerk in Wörth am Rhein durch ein modernes elektronisches Stellwerk ersetzt. Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing, DB-Chef Dr. Richard Lutz und weitere geladene Gäste aus Politik und Industrie überzeugten sich am 12. Dezember vor Ort in Wörth von der digitalen Technologie. Die Digitale Schiene Deutschland zeigt, wie die Zukunft der Eisenbahn aussehen wird.

Der 10. Dezember 2022 stellt einen weiteren Meilenstein für das Schnellläuferprogramm (SLP) dar: Nach nur rund 2 Jahren wurde das – nach Finnentrop und Kleve-Kempen – dritte SLP-Projekt erfolgreich in Betrieb genommen. Die Region im Südosten von Rheinland-Pfalz profitiert von einer modernen digitalen Technik, die das Schienennetz zuverlässiger und robuster macht. Gleichzeitig ermöglicht sie eine bessere Steuerung und flexiblere Fahrmöglichkeiten der Züge. Auch die Instandhaltung der Strecke wird weniger aufwändig und einfacher.


Das Digitalisierungsprojekt Wörth–Germersheim–Speyer ist eines von insgesamt sieben Projekten aus dem bundesweiten 500 Millionen Euro-Schnellläuferprogramm. Die sieben alten Stellwerke in Speyer, Germersheim, Wörth, Philippsburg und Rülzheim wurden durch moderne Technik ersetzt. Die vier neu errichteten Stellwerks-Module in Philippsburg, Speyer, Wörth und Rülzheim sind an das zentrale Stellwerk Germersheim angeschlossen. Von dort aus erfolgt nun die Steuerung der gesamten Strecke.


Im Auftrag der DB hat die Thales Deutschland GmbH als Generalunternehmer in Rekordzeit die Signal- und Stellwerkstechnik modernisiert. Auf rund 41 Kilometern der Strecke zwischen Speyer und Wörth wurden insgesamt ca. 346 Kilometer Kabel verlegt, 283 Signale sowie 111 Weichenantriebe erneuert und fünf neue Signalausleger aufgestellt. Außerdem wurden 40 Bahnübergänge erneuert bzw. ersetzt.

Projektumfang des SLP-Projekts Wörth-Germersheim-Speyer (Quelle: DB Netz AG)

Beschleunigung ist der Kern des Schnellläuferprogramms: Die DB hat in enger Zusammenarbeit mit dem Bund und der Industrie Prozesse verbessert und Standards etabliert. Auf diese Weise konnte die sehr kurze Projektdauer realisiert werden. Die gesammelten Erkenntnisse fließen in die Planungen für die Digitalisierung des gesamten deutschen Schienennetzes im Rahmen der Digitalen Schiene Deutschland ein. So profitiert Deutschland schon bald von einem digitalen und zukunftsweisenden Schienennetz.

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing auf der Inbetriebnahme-Veranstaltung in Wörth am Rhein (Quelle: DB Netz AG/Martin Siegesmund)

Am 12. Dezember 2022 wurde die Inbetriebnahme feierlich gewürdigt. Als Ehrengäste und Redner durfte das SLP-Projekt den Bundesminister für Digitales und Verkehr, Dr. Volker Wissing, sowie den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Dr. Richard Lutz, vor Ort in Wörth am Rhein begrüßen. Im Beisein der Presse und zahlreicher weiterer Gäste aus Politik und Industrie äußerten sich Minister und Bahnchef zur Verkehrswende in Deutschland und zur Zukunft der Eisenbahn. Sie unterstrichen dabei die Wichtigkeit der Digitalen Schiene Deutschland und des Schnellläuferprogramms.

 

Im Anschluss gaben Gabor von Wilmowski, Programmleiter SLP und Projektleiter Wörth-Germersheim-Speyer (DB Netz AG), sowie Markus Fritz, Vice President Main Line Signalling Germany (Thales Deutschland GmbH), Einblicke in das Projekt und den Bauablauf. Beide stellten die gute und enge Zusammenarbeit heraus und dankten allen Beteiligten für ihr Engagement in den vergangenen Monaten.

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing und Bahnchef Dr. Richard Lutz im neuen Stellwerks-Modul in Wörth am Rhein (Quelle: DB Netz AG/Philipp Bockholt)

Charakteristisch für die Digitalisierung sind Daten, die über Kabelverbindungen übertragen werden. Daher waren die Einblicke in das Innenleben des neu errichteten Stellwerks-Moduls in Wörth am Rhein besonders beeindruckend: Unzählige Kabel, Rechnertechnik und blinkende LED-Leuchten sind zu sehen. Die Signale, Weichenantriebe und Bahnübergänge draußen, entlang der Strecke, sind über Kabelverbindungen mit dem Stellwerks-Modul verbunden. Die Steuerung erfolgt aus dem zentralen Stellwerk in Germersheim. Hier sitzen die Fahrdienstleiter:innen der DB und steuern die gesamte Strecke zwischen Speyer und Wörth.

Fertiggestellter Bedienplatz der Fahrdienstleiter:innen im zentralen Stellwerk in Germersheim (Quelle: DB Netz AG/Leonard Mourier)

Bis vor wenigen Tagen sah alles noch ganz anders aus: Beispielsweise wurden die Weichen nicht über Daten und Kabelverbindungen gesteuert, sondern über Hebel, die sich bis dato im größten noch in Betrieb befindlichen mechanischen Stellwerk Wörth befanden. Das Schnellläuferprogramm zeigt hier einmal mehr sehr eindrucksvoll, was Digitalisierung bedeutet.

Die Projektbeteiligten ließen im Rahmen einer moderierten Diskussion die letzten zwei Jahre Revue passieren (Quelle: DB Netz AG/Martin Siegesmund)

Was das Schnellläuferprogramm in Gänze gezeigt hat, war anschließend Thema einer spannenden moderierten Diskussion. Gabor von Wilmowski und Markus Fritz standen gemeinsam mit Frank Gülicher, Leiter DSTW / ETCS Projektportfolio bei der DB Netz AG und Leiter Digitales Planen und Bauen von Infrastrukturprojekten bei der Deutschen Bahn AG, dem Moderator Philipp Bockholt, Teamleiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit bei der DB Netz AG, für Antworten zur Verfügung. Ein Projekt wie Wörth-Germersheim-Speyer konnte nur durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten in einer solch kurzen Zeit erfolgreich realisiert werden. Dazu mussten alle Mitwirkenden aufeinander eingespielt sein. Jede:r musste wissen, was zu tun ist. Der eiserne Wille es zu schaffen hat allen geholfen! Mehrheitlich wurde dies durch die anwesenden Gäste bestätigt. Diese hatten die Gelegenheit über interaktive Umfragen live an der Diskussion teilzunehmen. Das Projekt konnte so weitere wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Projekte und Zusammenarbeiten gewinnen.

 

Wörth-Germersheim-Speyer ist bereits das dritte Projekte aus dem Schnellläuferprogramm, das im Jahr 2022 in Betrieb gegangen ist. Bereits am 23. Mai konnte das SLP-Projekt Finnentrop und am 27. November das SLP-Projekt Kleve-Kempen in Betrieb gehen. Schon bald wird die nächste Inbetriebnahme folgen.

 

 

 

Weiterführende Links:

Offizielle Presseinformation der DB vom 12.12.2022
Weitere Informationen zum Schnellläuferprogramm (SLP)

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz - Beitrag zum SLP Projekt Wörth-Germersheim-Speyer