06.07.2021

Digitale Schiene Deutschland: Sonderprogramm des Bundes startet in Nordrhein-Westfalen

Ausbau der Strecke Kleve-Kempen gestartet • Bereits ab Dezember profitieren Reisende und Pendler:innen von besserer Steuerung und flexibleren Fahrmöglichkeiten • Nordrhein-Westfalen profitiert doppelt vom Schnellläuferprogramm

 

Moderne und digitale Technik sorgt künftig für zuverlässigeren Zugverkehr am Niederrhein: Mit zwei Projekten aus dem sogenannten Schnellläuferprogramm des Bundes profitiert Nordrhein-Westfalen gleich doppelt: Die Verbindungen auf einem Abschnitt der Ruhr-Sieg-Strecke sowie zwischen Kempen und Kleve werden mit modernster Stellwerkstechnik ausgerüstet. Wenige Monate nach der Vertragsunterzeichnung laufen die Bauarbeiten am Niederrhein bereits auf Hochtouren, damit bereits ab Dezember die Reisenden und Pendlerinnen und Pendler von besserer Steuerung und flexibleren Fahrmöglichkeiten profitieren können.

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla und der Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst MdL überzeugten sich heute gemeinsam vom Fortschritt der Arbeiten in Goch.

 

Ronald Pofalla, DB-Infrastrukturvorstand: „Wir machen das Schienennetz in Höchstgeschwindigkeit digital – auch am Niederrhein. Mein Dank gilt allen Arbeiterinnen und Arbeitern, die in Nachtarbeit Kabel ziehen und Signale aufstellen. Denn nur so schaffen wir es, schnell zu bauen und Züge tagsüber fahren zu lassen. Mit der Modernisierung der beiden Strecken schaffen wir mehr Qualität und bessere Pünktlichkeit für die Reisenden. Das bringt große Vorteile vor allem für Reisende im ländlichen Raum.“

 

Hendrik Wüst, Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen: „Eine moderne Verkehrspolitik ist der beste Klimaschutz. Deshalb muss Deutschland wieder Bahnland werden. Dazu brauchen wir ein gut ausgebautes, modernes Bahnnetz. Nur wenn die Züge zuverlässig und pünktlich fahren, sind sie für viele Menschen eine Alternative zum Auto. Wie hier am Niederrhein nutzen wir im ganzen Land die Chancen der Digitalisierung, um den Bahnverkehr besser steuern zu können und so zuverlässiger zu machen.“

 

 

Im ersten Bauabschnitt zwischen Kleve und Geldern verlegt die DB aktuell Kabel und errichtet bis Ende Juli neue Technikmodule für die Zugsteuerung. Ab Dezember steuern dann die Fahrdienstleiter:innen die Züge auf dem Abschnitt digital.

 

Neben der besseren Steuerung und flexibleren Fahrmöglichkeiten der Züge wird auch die Instandhaltung der Strecke günstiger und einfacher. Davon profitieren die zahlreichen Reisenden und Pendler:innen, die täglich zwischen Niederrhein und der Metropolregion Rhein/Ruhr unterwegs sind. Klares Ziel der DB ist, die umweltfreundliche Schiene noch attraktiver zu gestalten und so die Mobilitätswende weiter voranzutreiben.

 

Bis Herbst 2022 ist die gesamte Strecke zwischen Kleve und Kempen fit für die digitale Zukunft. Die Fahrdienstleiter:innen steuern dann nur noch aus sechs statt zwölf Stellwerken die Züge. Innerhalb kürzester Zeit löst so moderne Stellwerks- und Signaltechnik herkömmliche Anlagen verschiedener Bauarten ab. Zusätzlich rüstet die DB insgesamt 76 Bahnübergänge technisch auf oder erneuert sie komplett.

 

Die Stecke zwischen Kleve und Kempen ist neben der Erweiterung und Modernisierung des Stellwerks in Finnentrop das zweite Projekt im sogenannten Schnellläuferprogramm in Nordrhein-Westfalen. DB und Industrie modernisieren dabei mit Förderung des Bundes in die Jahre gekommene Technik im Rekordtempo.

 

Hintergrund:

Der Bund stellt 500 Millionen Euro für moderne Stellwerkstechnik aus dem Konjunkturprogramm zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie bereit. Innerhalb kürzester Zeit wird in insgesamt sieben Projekten die vorhandene Stellwerks- und Bahnübergangssicherungstechnik durch digitale Stellwerkselemente modernisiert. Hierbei werden in enger Zusammenarbeit mit der Industrie Prozesse verbessert und Standards etabliert, um eine deutliche Beschleunigung der Projektabwicklung zu erreichen.

 

Die Digitale Schiene Deutschland schafft industrielle Arbeitsplätze und stützt die mittelständischen in Deutschland ansässigen Unternehmen. Die Digitalisierung ist ein Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz. Wer mit der Bahn fährt, reist bereits heute weitgehend CO2-frei. Die Digitalisierung revolutioniert nachhaltigen Bahnverkehr: kürzere Fahrzeiten, kürzere Wartezeiten, präzise Kund:inneninformation.

 

 

 

Hinweis für Redaktionen: 

Die Pressefotos stehen ab ca. 17.30 Uhr unter diesem Link zur Verfügung.